Wunder gibt es immer wiederDie Historie des ehemals kleinen Stadtteilklubs steckt voller wundersamer Ereignisse. Mehr als einmal rettete der Verein in letzter Minute seine Existenz oder den Klassenerhalt und bleibt für die Fans in ganz Deutschland ein einzigartiger Kultverein und Gegenentwurf zur Glitzerwelt des großen Fußball-Business.

Wundersam erscheint vor allem auch die große Popularität eines Vereins, der nie einen Titel errang und dessen größter sportlicher Erfolg im viermaligen Gewinn der Vizemeisterschaft der Oberliga Nord besteht – und das liegt rund ein halbes Jahreshundert zurück.

Damals sorgte eine “Wunderelf” für Furore. Sie bestand vor allem aus ehemaligen Dresdner Spitzenspielern; sogar der spätere Bundestrainer Helmut Schön lief damals dreimal für die Braun-Weißen auf.

Während die sportlichen Höhenflüge der FC-Elf stets nur von kurzer Dauer waren, blieb die Fankultur kein kurzzeitiges Phänomen. Spätestens seit sich in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre am Millerntor eine selbstbewusste Fanbewegung sammelte, die nach wie vor aktiv an der Vereinspolitik mitwirkt, zeigt sich die Kontinuität. Dabei schadet eine gesunde Portion Humor keinesfalls: Die Bundesligasaison 2001/02 steht beispielsweise weniger im Zeichen des Abstiegs, als über den Sieg gegen Bayern München. Seither nennt sich der FC St. Pauli auch “Weltpokalsiegerbesieger”. Wenn die Mannschaft schon keinen Titel holt, muss man eben selbst einen kreieren.

René Martens: Wunder gibt es immer wieder. Die Geschichte des FC St. Pauli.
Die Werkstatt 2002, 288 Seiten, ISBN: 3895333751, 21,90 € (Neupreis)
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